
Erneuerung der WeltWas ist die Ursache dieses plötzlichen Erwachens in der Welt? Die Bahá'í glauben, dass dies von einer großen Ausgießung des Heiligen Geistes durch den Offenbarer Bahá'u'lláh herrührt, der 1817 in Persien geboren wurde und 1892 im Heiligen Land verschied.Bahá'u'lláh lehrte, dass der Offenbarer oder die "Manifestation Gottes" das Licht der geistigen Welt bringt, wie die Sonne das Licht der natürlichen Welt bringt. Ebenso wie die sichtbare Sonne über die Erde scheint und das Wachsen und die Entwicklung der materiellen Organismen bewirkt, so scheint durch die göttliche Manifestation die Sonne der Wahrheit auf die Welt der Herzen und Seelen und erzieht die Gedanken, Sitten und Charaktere der Menschen. Und ebenso wie die Strahlen der natürlichen Sonne einen Einfluss haben, der in die dunkelsten und schattigsten Orte der Welt dringt, und sogar den Geschöpfen, welche die Sonne selbst nie gesehen, Wärme und Leben spenden, so beeinflusst die Ausgießung des Heiligen Geistes durch die Manifestation Gottes das Leben aller und inspiriert das aufnahmefähige Gemüt sogar an Orten und unter Menschen, wo der Name des Offenbarers völlig unbekannt ist. Das Kommen der Manifestation gleicht dem Einzug des Frühlings. Es ist ein Tag der Auferstehung, an dem die geistig Toten zu neuem Leben erwachen, an dem die Wirklichkeit der göttlichen Religionen erneuert und wieder aufgerichtet wird, an dem "neue Himmel und eine neue Erde" erscheinen.In der Natur bringt der Frühling nicht nur Wachstum und Erwachen zu neuem Leben, sondern auch die Zerstörung und die Entfernung des Alten und Morschen; denn die gleiche Sonne, welche die Blumen zum Blühen bringt und die Bäume knospen lässt, bewirkt auch Zerfall und Auflösung dessen, was tot und nutzlos ist; sie bricht das Eis, schmilzt den Schnee des Winters und entfesselt die Flut und den Sturm, welche die Erde säubern und reinigen. So ist es auch in der geistigen Welt. Das geistige Sonnenlicht schafft ähnlichen Aufruhr und Wandel. So wird der Tag der Auferstehung auch zum Tag des Gerichts, an dem Verdrehung und Verfälschung der Wahrheit und abgenützte Ideen und Gebräuche aufgehoben und zerstört werden, an dem das Eis und der Schnee der Vorurteile und des Aberglaubens, die sich während der Winterszeit angehäuft haben, schmelzen und verwandelt werden und Kräfte, die lange eingefroren und gebannt waren, frei werden, um die Welt zu überfluten und zu erneuern. (Esslemont, Bahá'u'lláh und das Neue Zeitalter, S. 18 f.)
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